Lesestrategien sind zentrale Werkzeuge, die Leser*innen dabei unterstützen, Informationen gezielt aufzunehmen, zu verarbeiten und mit bestehendem Wissen zu verknüpfen. Sie werden als bewusste oder automatisierte Handlungsfolgen definiert, die spezifischen Lesezielen dienen (Rosebrock & Nix, 2020). Die Strategien lassen sich in ordnende, elaborierende und wiederholende Ansätze einteilen (Hochstadt et al., 2015). Ordnende Strategien wie das Markieren oder Gliedern von Texten helfen, zentrale Inhalte hervorzuheben (Philipp, 2015), während elaborierende Strategien durch die Verbindung von Vorwissen mit neuen Informationen ein tieferes Textverständnis fördern (Gold, 2007). Wiederholende Strategien, etwa das mehrmalige Lesen, unterstützen die Speicherung von Informationen im Langzeitgedächtnis (Gold, 2007).
Spinner (2004) definiert grundlegende Lesestrategien wie Vorhersagen, Fragenstellen, Markieren von Schlüsselwörtern, Zusammenfassen und Visualisieren, die das Vorwissen aktivieren, kritisches Denken fördern und die Verarbeitung komplexer Inhalte erleichtern. Ein weiterer zentraler Aspekt ist das metakognitive Wissen, das es Lesenden ermöglicht, den eigenen Leseprozess zu überwachen und Strategien gezielt anzupassen (Scherer-Neumann, 2015). Die Bedeutung von Lesestrategien ist auch im schulischen Kontext anerkannt, wo sie im Lehrplan 21 explizit als Kompetenz ausgewiesen sind.

